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Selbst Fachleute kommen manchmal ins Schwimmen, wenn es um Paprika, Peperoni und Chili geht. Kein Wunder, denn eng verwandt sind diese Schoten alle miteinander. Peperoni bzw. Gewürzpaprika stammen vom Gemüsepaprika ab und sind wie er in grün, rot und gelb zu haben. Die Form ähnelt der von Spitzpaprika und großen Chilisorten. Den grundlegenden Unterschied zwischen Peperoni und Chili erkennt man am besten an den daraus hergestellten Gewürzen: Während Chilischoten Basis für Chilipulver und Cayennepfeffer sind, macht man aus Peperoni – die botanisch korrekt eigentlich Gewürzpaprika heißen – Paprikapulver in allen Varianten von „Delikatesspaprika“ (sehr mild) und edelsüß (mild) über Halbsüß (mild-pikant) bis hin zu Rosenpaprika (scharf).
Mit anderen Worten: Im Gegensatz zu Chili können Peperoni je nach Sorte sehr mild schmecken und sind dann wie Paprikaschoten zu verwenden.

 Paprika und Peperoni

Um die Paprika, die aus mehreren Bereichen besteht begrifflich zu trennen, wird unterschieden in Gewürzpaprika, Peperoni und Peperoncini. Die enthalten verschieden Schärfegrade und haben meist unterschiedliche Formen und Größen. Die Paprika kann frisch, als Gewürz gemahlen oder getrocknet am Stück oder grob gemahlen gekauft werden. Insbesondere frisch als Gemüse setzt sich die Paprika immer weiter durch.

Die Pflanzen erreichen etwa eine höhe von 150cm und bekommen nach gut 3 Monaten die erste Blüte. Paprikapflanzen sind mehrjahrig und legen keine Vegetationspausen ein. Da die Pflanze sehr kälteempfindlich ist, wird sie in Mitteleuropa meist im Herbst nach der Ernte kompostiert. Sie bevorzugen Temperaturen zwischen 7 und 29 Grad. Bei zu hohen Temperaturen reagiert sie mit Blütenabwurf oder gehemmter Fruchtentwicklung. Zu Kreuzbefruchtungen kommt es oft, da die Pflanze zwar befruchtbar, aber erst Tage später die Staubgefäße die Pollen abgeben.

Zudem sind Paprika zwittrig und können durch einen leichten Windstoß oder schütteln befruchtet werden, dies ist vor allem in Gewächshäusern von Vorteil. Etwa 4-5 Wochen nach der Befruchtung ist die endgültige Größe der Paprika erreicht, danach werden die Früchte noch schwerer, bis sie dann 50-120 Tage nach der Befruchtung geerntet werden. Es gibt verschiedene Farben dieser Pflanze unter anderem rot, gelb, orange und braun. Sie können auch über mehrer Farbstationen reifen. Violette, grüne und schwarze Früchte sind immer unreif. Heute beträgt weltweit die Paprika - Ernte etwa 20 Millionen Tonnen und stammt größtenteils aus China. Mit weitem Abstand folgen auf Platz 2 und 3 der Anbauländer Mexiko und die Türkei.

 

Spitzpaprika

Richtig reife Spitzpaprika leuchten dunkelrot!

Noch vor rund 10 Jahren kannte ihn kaum jemand, heute bekommt man die tollen Schoten nicht nur beim türkischen Gemüsehändler, sondern sogar im Discountmarkt: Spitzpaprika hat eine steile Karriere gemacht. Haben Sie noch nie probiert? Dann wird es Zeit, denn auch diese Paprikasorte hat kulinarisch wie gesundheitlich eine Menge zu bieten!

Auf den ersten Blick haben die langen, schmalen und spitzen Schoten wenig gemeinsam mit ihren gemütlich runden Verwandten. Nicht mal die Farbe ist gleich: Spitzpaprika ist gelblich bis hellgrün; manche Sorten leuchten auch dunkelgrün. Allerdings – werden die hellgrünen Schoten richtig reif, leuchten auch sie dunkelrot und verraten dann schon eher ihre Verwandtschaft mit den dickeren und rundlich geformten Vettern. Wer diese mag, wird Spitzpaprika bestimmt ebenfalls schätzen. Denn diese Paprikasorte ist nicht nur oft günstiger ist als die üblichen Früchte, sie schmeckt auch besonders gut.

Saison: Spitzpaprika bekommt man inzwischen das ganze Jahr über frisch. Besonders aromatisch schmecken die Schoten allerdings im Sommer, wenn sie ordentlich Sonne tanken konnten und vom Freiland kommen.

Herkunft: Die ursprüngliche Heimat von Spitzpaprika liegt wie die von Gemüsepaprika überhaupt in Mittelamerika, von wo aus sie im 15. Jahrhundert nach Europa kamen. Heute kommt Spitzpaprika aus den Ländern auf dem Balkan und aus dem Mittelmeergebiet zu uns.

Geschmack: Im Vergleich zum üblichen Gemüsepaprika schmeckt Spitzpaprika pfefferig-pikant, dabei aber – vor allem, wenn er rot ist – dennoch angenehm süßlich.

Wie der übliche Paprika punktet auch Spitzpaprika vor allem mit einem fast sensationell hohen Gehalt an Vitamin C: Je nach Sorte und Reife stecken bis zu 130 mg davon in gerade mal 100 g Fruchtfleisch! Speziell rote (also ganz reife) Spitzpaprika enthält außerdem beachtliche Mengen an Vitamin A, das für Sehkraft und für eine gesunde Haut besonders günstig ist. Zugreifen können bei Spitzpaprika übrigens auch ganz Figurbewusste, denn das knackige Gemüse kommt fast völlig ohne Fett aus und liefert kaum Kalorien, dafür aber umso mehr Ballaststoffe.

Nährwerte von Spitzpaprika pro 100 Gramm

Kalorien                                                                20

Eiwe                                                                      1,2g

Fett                                                                       0,2g

Kohlenhydrate                                                    2,9g

Ballaststoffe                                                        3,6g

Richtig frischer Spitzpaprika glänzt mit einer makellosen, prall und knackig wirkenden Haut und hat keine schlaffen Stellen oder Verfärbungen.

Langes Liegen tut dem Geschmack, dem Vitamingehalt und auch der knackigen Frische von Spitzpaprika
nicht besonders gut. Bewahren Sie sie darum nur 2-3 Tage im Gemüsefach des Kühlschranks auf.

Ob grün oder rot – Spitzpaprika schmeckt roh sehr gut, eignet sich aber auch hervorragend fürs Füllen und überbacken. Rund ums Mittelmeer mag man Spitzpaprika zum Beispiel gern mit würzigem Hackfleischteig, Schafskäse oder Fischmasse und dann in etwas Olivenöl oder Brühe gegart. Mit frischem Brot und einem Salat dazu ergibt das ein perfektes, leichtes Sommeressen!

Ganz hervorragend eignen sich Spitzpaprika aber außerdem zum unkomplizierten Grillen: 

 

Die geputzten Schoten mit Olivenöl bepinseln und auf dem Grill unter mehrfachem Wenden etwa sechs bis acht Minuten garen. Falls das Wetter nicht mitspielt: Das geht ebenso gut im Backofen bei 180° C oder unter dem Backofengrill! Anschließend nimmt man die Spitzpaprika vom Grill bzw. aus dem Ofen, lässt sie etwas abkühlen und zieht ihnen die zähe Haut ab. Dann halbieren, entkernen und als leckere Beilage zum Steak oder Kotelett verspeisen.

Sie können aber auch ein köstliches Antipasto daraus machen: Dafür die gegrillten und abgezogenen Spitzpaprika in eine rechteckige Form geben. Mit reichlich in dünne Scheiben geschnittenem Knoblauch bestreuen, salzen und pfeffern. Mit gutem Olivenöl begießen, bis sie bedeckt sind. Nach Lust und Laune noch etwas Balsamico dazu geben, dann mit Folie gut verschließen und mindestens 6-8 Stunden durchziehen lassen. Noch besser schmecken die zarten Paprika-„Filets“, wenn man sie 2-3 Tage mariniert. Übrigens hält sich ein größerer Vorrat dieser schlichten Delikatesse im Kühlschrank auch etliche Tage. Wer mag, bestreut vor dem Servieren noch mit frisch gehackter Petersilie. Das Ganze schmeckt dann nicht nur als Vorspeise, sondern begleitet auf raffinierte Art gebratenen Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel oder auch ein Omelett.

Peperoni – scharfe Nährstoffbombe

Der Begriff Peperoni wird im Deutschen für die kleinen, scharfen Paprikaschoten verwendet. Eigentlich handelt es sich um die gleiche Gattung wie die größere Gemüsepaprika. So sind beide den Nachtschattengewächsen zuzuordnen und treten in den Farben gelb, rot, grün, orange, violett, braun oder schwarz auf.

Die ersten Paprikapflanzen, zu denen die Peperoni gehört, wuchsen vermutlich im Gebiet zwischen dem heutigen südlichen Brasilien und Bolivien. Von dort aus transportierten Vögel die Samen der einzelnen Arten bis nach Mittelamerika. Zeugnissen zufolge wurden Paprika bereit 7000 vor Christus als Nutzpflanze gebraucht und etwa seit 5200-3400 vor Christus systematisch gezüchtet.

Viel später gelangten die Pflanzen durch die Entdeckung Amerikas nach Europa. In vielen Ländern wird heute begrifflich zwischen der großen Gemüsepaprika und der kleinen scharfen Paprika unterschieden. Letztere ist in Deutschland als Peperoni, in Österreich als Pfefferoni und in Südtirol und der Schweiz als Peperoncini bekannt.

Viele gesunde Nährstoffe

Die Menge von Kohlenhydraten (5,3 g) und Kalorien (27 kcal) ist bei 100 g Peperoni sehr gering. Dafür enthält sie viele gesunde Nährstoffe wie Vitamin A, B, C, Kalium, Kalzium, Phosphor, Magnesiumund eine kleine Menge an Eisen. Gerade Vitamin C, welche das Immunsystem stärkt, ist in besonders hohen Mengen enthalten. Außerdem ist der scharfe Inhaltsstoff Capsaicin hervorzuheben. Dieser wirkt antibakteriell, kreislauf- und verdauungsfördernd. Er beruhigt die Blutgefäße und senkt den Blutdruck auf natürliche Art und Weise.

·                                 Brennwert: 27 kcal / 113 kJ

·                                 Kohlenhydrate: 5,2 g

·                                 Fett: 0,3 g

·                                 Protein: 0,9 g

·                                 Kalium: 169 mg

·                                 Kalzium: 9 mg

·                                 Magnesium: 12 mg

·                                 Phosphor: 20 mg

 

Würze für diverse Speisen

Vorrangig wird die Peperoni verwendet, um verschiedenartigen Gerichten etwas Schärfe zu verleihen. Hier bieten sich vor allem mexikanische oder andere südländische Speisen an. In der Regel wird die Peperoni in dünne Scheiben geschnitten und ohne die Kerne in der Pfanne geröstet. Die Menge variiert in Abhängigkeit vom persönlichen Geschmack. Dann können die anderen Zutaten dazugegeben werden.

Peperoni unterstützt die Gesundheit

Wegen der zahlreichen wertvollen Vitamine und vor allem wegen des Inhaltsstoffes Capsaicin eignet sich Paprika sehr gut für eine gesunde Ernährung. Damit die Gemüseart ihre volle Wirkung entfalten kann, sollte sie etwa drei bis fünf Mal die Woche gegessen werden. Wie fast alle Nahrungsmittel sollte sie im Sinne einer ausgewogenen Ernährung aber auch nicht im Übermaß genossen werden.